Peter Diefenbachs Gedichte


(Liebe; 6. August 1993)

Bitte glaub mir nicht

(Aus einer erstaunlich guten Laune heraus entstand dieses Gedicht. Inzwischen vertont.)

Was auch immer ich heut' sage,
Bitte glaub mir nicht
Das hier, das kann nicht wirklich sein,
Das hier ist ein Gedicht
Was auch immer ich heut' sage,
Bitte glaub mir nicht
Heute ist etwas wie Wahrheit
Nur ein fernes, schwaches Licht

Fast unsichtbar am Firmament
Nicht von unsrer Welt
Heut ist Logik käuflich
Wenn auch nicht für Geld
Vergiss die Arithmetik,
Sie ist nichts, was zählt
Tu, was Du nicht lassen kannst
Erlaubt ist, was gefällt

Was auch immer ich heut' sage,
Bitte glaub mir nicht
Heut' gibt's keinen Sündenfall,
Heut' gibt's mein jüngstes Leibgericht
Was auch immer ich heut' sage,
Bitte glaub mir nicht
Im siebten blauen Himmel
Haben Worte kein Gewicht

Bretterzäune, die die Welt bedeuten
Bedeuten mit der Welt nichts mehr
All die Gesichter von den and'ren Leuten
Wirken ausdruckslos und leer
Im freien Fall aus der Rolle
Fliegen wir dahin
Der Souffleur hat Feierabend,
Der Intendant nimmt Aspirin

Was auch immer ich heut' sage
Bitte glaub mir nicht
Im Schauspiel des Lebens
Trag ich heute mein falsches Gesicht
Was auch immer ich heut' sage
Bitte glaub mir nicht
Bitte glaub mir nicht

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