Gedichte

Gelegentlich habe ich das Verlangen, mit der Sprache zu spielen, und schreibe Gedichte. Die Gedichte sind chronologisch sortiert. Meine »Anspieltipps« sind mit einem Stern markiert.

Übersicht
TippTitelKategorieDatumSprache
    Goodbye My Little TigerAbschied (1987) Englisch
    Times don't holdLiebe (1987) Englisch
    You said...Frust (1987) Englisch
    TränenFrust (1987) Deutsch
    Let's dream...Frust (1988) Englisch
    Es geht mir gutAbschied (1989) Deutsch
    Sang- und klanglosAbschied (1989) Deutsch
  *  LuftsprungAbschied (1989) Deutsch
    Zeit des ErwachensLiebe analysiert (1989) Deutsch
  *  Ich bin ein TraumLiebe ♫ (1992) Deutsch
    EinsamkeitFrust (1993) Deutsch
    Auf ExLiebe analysiert (1993) Deutsch
  *  Bitte glaub mir nichtLiebe ♫ (1993) Deutsch
  *  Let's just be Friends (LJBF)Liebe / Frust ♫ (1993) Deutsch
    DoubtPhilosophie / Glauben (1993) Englisch
    An die Freude (Ein Adventsgedicht)Philosophie (1993) Deutsch
    Schon gehört?Philosophie / Sprachspielereien (1993) Deutsch
    Hallo DuLiebe (1993) Deutsch
    TrauerträneLiebe / Frust (1993) Deutsch
  *  KraulzertifikatLiebe (1994) Deutsch
  *  Die FahrtPhilosophie (1994) Deutsch
    Guter RatRap (1994) Deutsch
  *  Gang und GäbePhilosophie (1995) Deutsch
    FreihandelPolitik (1995) Deutsch
    Ich will DichRock / Liebe (1995) Deutsch
    AugenblickLiebe (1995) Deutsch
    PustekuchenPhilosophie (1995) Deutsch
  *  Zeit (Ich weiß nicht)Philosophie ♫ (1995) Deutsch
    Soul RhythmParodie (1995) Englisch
  *  Karlsruher AugustgewitterRomantik (1995) Deutsch
    Gestatten, BärTigerPhilosophie (1995) Deutsch
    Der Sinn des SterbensPhilosophie (1995) Deutsch
    Wösel ILiebe (1995) Deutsch
  *  Kannst Du von Dir sagen...?Philosophie (1995) Deutsch
  *  Du bist!Liebe (1995) Deutsch
    CoolParodie (1995) Deutsch
    SonderlingPhilosophie (1995) Deutsch
    Schüttelreime Sprachspielereien (1995–2024) DeutschEnglisch
    Traum und WirklichkeitLiebe (1996) Deutsch
    Und ich war alleinParodie ♫ (1996) Deutsch
    Einst wünschte ichPhilosophie (1996) Deutsch
    Band und FesselHochzeit (1996) Deutsch
    Rose im BallonPhilosophie (1996, 1997) Deutsch
    Kommando zurückPolitik (1997) Deutsch
  *  DoktrinPolitik (1997) Deutsch
  *  Viagra-FällePhilosophie (1998) Deutsch
    Ich willPhilosophie (1999) Deutsch
  *  Ohne ReimSprachspielereien (2003) Deutsch
  *  So schön (Sonett)Liebe (2004) Deutsch
    Zur HochzeitHochzeit (2006) Deutsch
    Zur Taufe Glauben (2007) DeutschEnglisch
  *  Für eine LöweneuleSpaß (2018) Deutsch
    Sprachspielereien Sprachspielereien (2023–2024) Deutsch
    Hey (Get Out Of My Way)Politik ♫ (2023) Englisch
    EpitaphSprachspielereien (2024)

[Übersicht]

Und dann gibt es noch:


(Abschied; Aug 1987)

Goodbye My Little Tiger

Mein erster ernstgemeinter Versuch. Noch traute ich mich nicht an die deutsche Sprache heran, und mein Englisch war auch nicht gerade das beste.

Goodbye my little tiger
Have a nice time in France
Did exist for our love
Some little kind of chance?
We were like a flower in the summer wind
Unfortunalety
Yet the rising sprout
Knew about
The rare times of prosperty
And the early end in
Fall
At the summit of peak time.
Now the blades will blow so far away
Just memories remaining
And the sweet bitterness of melancholy
When the wind
Sends a small smell of the past
Goodbye my little tiger
I hope we will see again
The best wishes for the future
What will have changed till then?
Will we still be the same?
(Will we still play the game?)
Who else will touch our lives?
Will we meet without fear, shame or sorrow?
If we met today—what will we think tomorrow?
Where will you go to share your life—
To Me Or Not To Me?
And will I still be free?
That are so many questions
Just time can answer …
But I hope both are free
For a new time together
Or both found another
Heaven to hover
Goodbye my little tiger
Have a nice time in France
But please keep of the time with me
A little remembrance
Now I close my eyes
And remember the times I spent with you—
The timidly searching awake of our love
It was a feeling hardly to describe
Like a small universe just for me and you
Full of feelings
Whirling through place and time
Feelings contradictory but also complementing
So quiet, silent, peaceful, calm,
Warm, full of harmony
Protected, delicate, safe, secure,
So tender, soft, relaxed
So sheltered
But also exciting, stimulating, arousing, frank
And not at least inspirating
A closeness never found before
A mental melt in a save cocoon of calm
Goodbye my little tiger
Have a nice time in France
Did exist for our love
Some little kind of chance?
We are a real complement
The wild tiger
Lured the grumbler
Out of his own-built lonely hole
But now the bear must say:
Goodbye my little tiger
I hope I can bear missing your kind kind
Goodbye my little tiger
And I hope I'll keep you forever in mind.

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(Liebe; 4. Okt 1987)

Times don't hold

Times don't hold
It's getting cold
But there's something special
In my memory.
It's a fact
As a hope
Like a rope
To climb up
I know
With the cold
Comes a warmth
Of an advent
Of someone to hold,
To embrace
A return
Unfreezing,
Recoloring the world
From grey to blue.
You see:
I'm missing you

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(Frust; Nov 1987)

You said...

You said life goes on
I think life goes down
You said love gets in
I think love gets out
You said I will rise up
I say I will shrink in
You said I'll find a new place
I know I'll ever sit between
Since you left I never had fun!
You said the game's not over
I know I will come under
You said new love is near
But I feel so much fear
You said make a new start—
Now we're apart
It's an easy game to play
But now you are away.

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(Frust; 29. Dez 1987)

Tränen

Tränen
wegen uns
über uns
für uns
allein
...

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(Frust; Okt 1988–Nov 1988)

Let's dream...

Let's dream of life
dream of love
dream of you and me
just dream of time
and dream of place
forget reality
Now I dream of words
dream of hope
dream 'bout the flow of time
There was peace
That will return
Where everything was fine
Let's dream …

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(Abschied; 30. Jun 1989–3. Jul 1989)

Es geht mir gut

Nichts mehr, das mich zwingt,
Nichts mehr, das mich treibt,
Nichts mehr, das mir Freude macht
Es geht mir gut.
Nichts mehr, das mich hält,
Nichts, das mir gefällt,
Nichts, woran ich glauben kann
Doch, es geht mir gut.
Fast eins nun schon, so schien es mir,
Und plötzlich so unnahbar.
»Alles Gute« auf den Weg,
»Wo Häuser sind, wird eine Wiese sein«
Doch wessen Wiese? Mir gefällt sie nicht.
Und welchen Weg? Ich steh' allein und finde keinen,
Weiß nicht, welche Richtung weiterführt.
Glaub' mir, mir geht's gut.
Nachgedacht, den Tag mit Weinen zugebracht,
Und nun ist alle Trauer aufgebraucht,
Der größte Schmerz verraucht,
Keine Tränen mehr.
Wie betäubt,
Mich selbst betäubend
Im Land hinter der Traurigkeit.
Es geht mir gut.
(Wie gut.)

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(Abschied; 30. Jun 1989–3. Jul 1989)

Sang- und klanglos

Alles bäumt sich auf,
Will im noch nicht verlorenen Kampf um Dich
Zu jedem Mittel greifen.
Doch der Geist, die höhere Instanz,
Sagt »nein« und tritt den Rückzug an
– Ich kenne Deinen Weg
Und sehe, es muss so sein –
Und so verschwinde ich
Sang- und klanglos.

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(Abschied; 30. Jun 1989–3. Jul 1989)

Luftsprung

Ich glaube, wenn ich mal
Ein Lebenszeichen von Dir höre
Oder Dich sehe,
Wird mein Herz einen Luftsprung machen –
Und zu Boden fallen.

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(Liebe analysiert; 10. Nov 1989, 19. Dez 1989)

Zeit des Erwachens

Eine zerbrochene Beziehung will analysiert werden …

i.
Wer waren wir, als es begann?
Ich trat hinaus,
noch nicht bereit für diese Welt,
und doch spürend, wie die Zeit verrann …
ii.
So suchte ich nach Halt, und fand ihn in Dir,
die Du auch noch voller Träume warst,
und gemeinsam versanken wir
in einem kleinen eig'nen Glaspalast.
iii.
Doch es sollte nicht sein,
die Wogen der Welt holten uns ein.
So lernten wir zu schwimmen,
uns selbst und gegenseitig zu erkennen,
um Fesseln der Kindheit zu fühlen,
an denen wund Du Dich riebst
und ich stillhielt und versank.
iv.
Dann kam der Tag, an dem Du sahst,
dass jeder auch die Fesseln des anderen trug,
und wie einst ein Jemand am Gordischen Knoten
schlugst Du Dich frei.
Noch benommen und auch leicht verwundet
blickte ich auf, sah nun auch meine Freiheit,
doch erst ganz langsam wagte ich den ersten Zug.
v.
Nun bin ich hier,
mich immer noch entfaltend,
und mich selbst zu lernen.
Wer bin ich nun, da es zu Ende ging?
P.S.:
Mit Fesseln ist das ein besond'rer Fall:
Reißt man die eine ein, zeigt sich die nächste.
Drum gilt's sie zu erkennen, um sie zu wissen,
und die Schlingen so zu legen, dass sie genehm.
Es gilt noch viele Fesseln einzutauschen!

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(Liebe; Apr 1992)

Ich bin ein Traum

Ich bin ein Traum

Ein Gedicht, das sich gut dazu eignet, von gebrochenen Akkorden untermalt gesprochen zu werden. Doch 30 Jahre später habe ich versucht, eine Melodie zu finden, die diese seltsame Stimmung einfängt.

| Download: Ich bin ein Traum (instrumental) (surreal) ( mit 5/8-Takt und seltsamer Instrumentierung )
| Download: Ich bin ein Traum (instrumental) (betörend) ( mit 6/8-Takt und auch sonst gefälliger )
CIch bin ein Traum.
AmFrag' nicht nach Zeit noch Raum,
EmNach Sinn –
FIch bin,
Nicht dass ich Dmsinnlos wär,
CEin Traum,
Der ich nur GDir gehör
FUnd nicht der Welt.
FmEin Traum
CEin Traum
DReal, Bm7doch nicht ERealität;
Bm7Ein Weg, kein Plan,
C#mKein Ziel, wohin die AReise geht;
DSpür meine Fmfiligrane BmKraft
Und lass Dich Gmgehn in ihr,
FIm Traum,Fm
CIn mir.

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(Frust; Jan 1993)

Einsamkeit

Eins
am
Keit
der Rest
woanders

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(Liebe analysiert; 13. Jul 1993)

Auf Ex

Noch eine Nachbearbeitung einer Freundschaft. Stellenweise habe ich allerdings die Wahrheit der Stimmung geopfert.

Wir glaubten, es sei Liebe
Dabei wars noch nicht mal Lust
Wir glaubten, es sei Liebe,
Der Kuss auf Bauch und Brust
Bei mir nur große Neugier
Bei dir ein rotes Tuch
Viel zu viele Tränen
Und Trost aus einem Buch
Viel zu viele Wünsche
Aber keine Kraft
Ungelebte Träume
Kinderfreundschafthaft
Wir waren fest verkapselt
Kreisten um uns selbst
Haben nichts gefunden
Verloren nur die Welt
Viel zu wenig Wissen
Viel zu viel geglaubt
Doch zu viel Zweifel in Vertrauen
Und in Liebe überhaupt
Viel zu wenig Hoffnung
Viel zu viel gedacht
Zuviel falsche Rücksicht
Und so Liebe ohne Macht
Immer große Eile
Nächster Abschied nah
Und dass es nicht nur zu wenig
Sondern auch das Falsche war

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(Liebe; 6. Aug 1993)

Bitte glaub mir nicht

Aus einer erstaunlich guten Laune heraus entstand dieses Gedicht. Inzwischen vertont.

Was auch Cimmer ich heut' sage,
FBitte glaub mir nicht
Das Dhier, das kann nicht wirklich sein,
Das Ghier ist ein Gedicht
Was auch Eimmer ich heut' sage,
CBitte glaub mir nicht
Heute Gist etwas wie Wahrheit
Nur ein Gsus4fernes, schwaches C5Licht
Fast Amunsichtbar am FFirmament
GNicht von unsrer EmWelt
FHeut ist Logik Dmkäuflich
EWenn auch nicht für GGeld
Ver-Fgiss die Arith-Gmetik,
CSie ist nichts, was Amzählt
BbTu, was Du nicht Flassen kannst
Er-Glaubt ist, was ge-Gsus4fällt
Was auch Cimmer ich heut' sage,
FBitte glaub mir nicht
DHeut' gibt's keinen Sündenfall,
Heut' Ggibt's mein jüngstes Leibgericht
Was auch Eimmer ich heut' sage,
CBitte glaub mir nicht
Im Gsiebten blauen Himmel
Haben Gsus4Worte kein Ge-C5wicht
Instrumental Bridge
Am   F   G   Em   F   Dm   E   G  
F   G   C   Am   Bb   F   G   G   Gsus4   G
AmBretterzäune, die die FWelt bedeuten
Be-Gdeuten mit der EmWelt nichts mehr
FAll die Gesichter von den Dmand'ren Leuten
Wirken Eausdruckslos und Gleer
Im Ffreien Fall aus der GRolle
CFliegen wir da-Amhin
BbDer Souffleur hat FFeierabend,
Der GIntendant nimmt Aspi-Gsus4rin
Was auch Cimmer ich heut' sage
FBitte glaub mir nicht
Im DSchauspiel des Lebens
Trag ich Gheute mein falsches Gesicht
Was auch Eimmer ich heut' sage
CBitte glaub mir nicht G
Gsus4Bitte glaub mir C1nicht

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(Liebe / Frust; 21. Okt 1993)

Let's just be Friends (LJBF)

Inspiriert von einem kurzen Ausflug in die Newsgroup alt.romance und mit ein paar eigenen Erfahrungen angereichtert entstand dieses Lied. Heute gibt es für diesen Zustand das schöne Wort Friendzone, das gab es damals noch nicht.

Musikalisches Zitat: FThat's what friends are Gfor C
Refrain:
CLet's just be friends – Lass es so laufen wie bisher
FLet's Gjust be Cfriends – Einfach gute Freunde bleiben
CLet's G/Bjust be Amfriends – Wir haben Gso viel zu verlieren
FLet's Gjust be Cfriends→Csus4→C
Ach Cja, wie ich sie G/Bkenne, diese AmWorte→G
Zu Coft bereits G/Bvernommen, sie ge-Amhört
Wie Fim Gesicht die DmSlapstick-Sahne-C/Ator-Gte
Ein Dmjedesmal er-Fschreckt und leicht ver-Gsus4stört G
Refrain
Ich Amweiß, sie tun es Emohne böse AmAbsicht
DmJede für sich Feinzeln meint es Gsus4gut G
Sie Emschätzen die ver-Gtrauensvolle FBasis
Und finden's Dmtoll,F wie gut das Gsus4tut G
Wa-Amrum, hör ich sie Gsagen, sollen Fwir denn Em
Für die Amtiefere Be-Gziehung viel ris-Fkier'n
Das Dmkönnte ja viel-Fleicht möglicher-Amweise C
Diese Fbesondere Form von Freundschaft rui-Emnier'n E
Refrain
Instrumental Bridge
C   G   Am   Em   F   C   Dm   G   (2x)
Ich Ckomm mir vor wie jener Gedelmüt'ge CRitter
Der jede FJungfrau aus des G7Drachen Hand be-Cfreit→Csus4→C
Sie Amschätzen ihn, doch Emwoll'n grad keine AmFreier
Und der EmHeld in seinem Em7Edelmut ver-Fzeiht G
Wie Amoft schon zeigte Gich dafür Ver-Fständnis
Doch Emirgendwann ge-Gsellt sich dazu Dm7Wut
Ich bin doch Gmehr als eine ESchulter zum dran FWeinen
Der FM7ganze Mensch, er FM79fordert hier Tri-Gbut
Refrain
Refrain mit neuen Zwischentexten:
Let's just be friends – Warum nicht Liebe anvisieren
Let's just be friends – Was ist denn an der Vorstellung so schlimm?
Let's just be friends – Das kann und will und werd ich nicht kapieren
Let's just be friends

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(Philosophie / Glauben; 23. Nov 1993)

Doubt

Nachdem zwei Zeugen Jehovas mich als Zweifler bezeichneten, und ich das eigentlich als Kompliment sah.

doubt doubt
nothing is for sure
doubt doubt
everything is insecure
i know it sounds strange
but doubt gives me strength
i'm a doubter
principal doubter
only believe in disbelief
what is objectivity if not doubt
have your faith in doubt
read some popper books and follow my religion
of doubt
doubt doubt
there is no doubt about (it)
doubt doubt
say it loudly
cry it out
i am no witness
not of jehova nor any crime
whatever you bless
i don't give it a dime
if you read a dollar sign
don't think of money every time
share what you know
but share my doubts
where do you take your faith in faith?
doubt doubt
doubt doubt
dare to doubt
it's no dare or die
doubt doubt
discover the lie
doubt doubt
don't dread to doubt
dubious dogmas
deject demagoguery
just doubt
doubt

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(Philosophie; 12. Dez 1993)

An die Freude (Ein Adventsgedicht)

Aus einem fruchtbaren Gedankenaustausch mit Lokara.

Wo rennst Du hin?
Ja ja, es weihnachtet sehr
Und Du musst noch für die Lieben
Etwas Nettes finden.
Wo bleibst Du denn?
Ich weiß, bei dem Gedränge
Stehst auch Du hintan
Und kommst nicht durch.
Und das war mal Dein Fest.

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(Philosophie / Sprachspielereien; 12. Dez 1993)

Schon gehört?

Ein Neujahrsgedicht.

Bald gibt's wieder auf dem Jahrmarkt bei den Gebrauchtjahren ein preiswertes Auslaufmodell. Denn alle Welt will sich als Neujahr lieber den Nachfolger zulegen.

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(Liebe; 12. Dez 1993)

Hallo Du

Aus einem fruchtbaren Gedankenaustausch mit Lokara.

Hallo Du
Schön, Dich zu sehen
Dein Anblick ist doch immer eine Reise wert
Augen, die zum Nichtverliebtsein nicht geschaffen sind
Saugen an dem Augenblick
Hallo Du
Was ist hier los?
Los, los, lass uns der Welt beweisen,
Dass sie mit uns für uns gewinnt
Hallo Du
Du weißt Bescheid
Das sagt mir jeder Sinn
Der etwas von Dir weiß
Und alles andere bereitwillig vergisst
Hallo Du
Na, wie geht's? Kommst Du zurecht?
Anscheinend ja, wenn man bedenkt,
Wie Du tust was Du tust so gut
Hallo Du
Was machst Du denn hier?
Nein, hör nicht auf damit,
Bitte, hör nicht auf damit
Denn das tut gut, was Du tust, so gut

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(Liebe / Frust; 28. Dez 1993)

Trauerträne

Dieses Gedicht wurde durch die Reaktion einer alten Freundin inspiriert, als ich ihr mein Lied Let's Just Be Friends (LJBF) vorspielte.

Trauerträne über etwas nie das Licht der Welt erblickte
Trauerträne – ihr Fluss der Fluss der Zeit
Trauerträne, die über Selbstbeherrschung siegte
Trauerträne – Eingeständnis Menschlichkeit
Trauerträne voll unbestimmter Schuldgefühle
Trauerträne im Weihnachtslicherglanz
Trauerträne – Salzwasser auf der Vorwurfsmühle
Bedauerträne auf Wohnzimmerdistanz

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(Liebe; 28. Mär 1994)

Kraulzertifikat

Einer guten Freundin gewidmet.

Kraulprinzessin
Oh welch süße Wonneschauer
Tanzen, suchen die Nähe Deiner Fingerspitzen!
Wonneschnurrend, viel mehr als den Schelm im Nacken
Das Rückgrat gestärkt im Reigen sich wiegend
Oh welch süße Wonneschauer
Jagen Deine Kräueltaten über meinen Rücken!
Mal Kraulprinz seiend, mal Kraulknappe
Mich krampflos ergebend, und doch immer noch siegend

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(Philosophie; 12. Apr 1994)

Die Fahrt

Die Fahrt

Wenn ich lange Strecken mit dem Zug fahre, komme ich in ziemlich seltsame Traumzustände zwischen Schlafen und Wachen. Kommentar meines Bruders Niki auf das Gedicht: »Irgendwie scheinst Du Zugfahrten anders zu erleben als ich …«

Traumlandschaften
Nur ein kurzer Blick
Unwirklichkeit
Zieht vorbei,
Breitet sich aus,
Erfasst mein Sein.
Der Tanz der sieben Schleier
Um die Augen mit Geistergeschick
Immer mehr und immer schneller
Kein Weg zurück –
Hinein in den Schein.
Müde Gesichter
Träges Starren in die Weite
Ein Wort, ein Lächeln,
Spiegel der Seele
Gedankenverloren
Verlorene Gedanken
Ziehen Seite an Seite
Es hält mich und bleibt
Nur die Trägheit der Masse
Zwischen den Ohren.

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(Rap; 8. Apr 1994–1. Jun 1994)

Guter Rat

Als guter Rat an einen Freund gemeint, der sich ziemlich aussichtslos verliebt hatte. Als Rap konzipiert.

Es war einmal vor kurzer Zeit
Du weißt es noch, du kennst dich doch
Ein guter Freund seit Ewigkeit
Der sich jedoch zu gern verkroch
Tja, gute Freunde hielt er rar
Er tat zwar viel, doch viel allein
Und Freundinnen? Es gab sie nicht
Er meinte auch, muss ja nicht sein
Doch dann kam jemand, eine Sie
Und riss dich aus der Lethargie
Ein Bündel voller Energie
Das kam, sah, siegte – rasch wie nie
Dabei wollte sie was andres
Ein wenig Spaß, das war ihr Ziel
Auf Liebe war sie nicht erpicht
Dich hat's erwischt, ihr wird's zuviel
Liebe unerwidert
Schon vergeben, nichts zu machen
Gefühle ungegliedert
Viel erleben, nichts zu lachen
In fremdem Wald gewildert
Wild entwischt, nun selbst gefangen
Strafmaß abgemildert
Freundschaft ist noch zu erlangen
Da stehst du nun, bist auf der Pirsch
Und im Visier glaubst du den Hirsch
Abzug ist schon gespannt, da merkst du dein Verseh'n
Falsch herum angelegt – Hmmm Pech, auf Wiederseh'n
Doch da sieht sie deine Lage
Und sie sieht auch dein Problem
Opfern will sie sich nun nicht gerade
Doch sie macht's dir angenehm
Schließlich wollt sie dir ja nix
Und erst recht nicht deine Not
Fleischgericht gibts heut wohl nicht
Dafür Fruchtgummi statt Schrot
Liebe unerwidert
Schon vergeben, nichts zu machen
Gefühle ungegliedert
Viel erleben, nichts zu lachen
In fremdem Wald gewildert
Wild entwischt, nun selbst gefangen
Strafmaß abgemildert
Freundschaft ist noch zu erlangen
Ein Männlein steht im Wald allein
Was willst du tun, wo sollst du hin?
Tauch endlich in das Leben ein
Und zeig der Welt »Hallo, ich bin«
Kein cogito ergo sum,
Die Zeiten sind vorbei
Probier was aus und mach was her
Dann bist du schon dabei
Lass doch doch dein Schattendasein sein
Beklecker dich und mach dich bunt
Doch nur das eigne Leben leben
Ist auf Dauer noch gesund
Drum mal dich selbst, rabiat
Als Unikat, kein Plagiat
Ja, tu was anderes als sie
Du bist keine Kopie
Liebe unerwidert
Schon vergeben, nichts zu machen
Gefühle ungegliedert
Viel erleben, nichts zu lachen
In fremdem Wald gewildert
Wild entwischt, nun selbst gefangen
Schau her, die Welt ist bunt bebildert
Hau dich frei, zerreiß die Zangen

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(Philosophie; 18. Jan 1995)

Gang und Gäbe

Meine Lebenseinstellung, inspiriert von langen Gesprächen, von der Sportart Kijutsu und einigen Kraulwochenenden von IRCern.

Komme und gehe,
Erlebe Dein Leben!
Lerne zu nehmen,
Üb Gang und Geben
Überwinde den Hang
Dich zu überheben
Leg behäbig Dich lang
Üb Leben eben
Streif ab die Hast
Nicht am Alltag kleben
Sei Dein eigener Gast
Stell Dich einfach daneben
Warum Zukunft besiegen!
Lass es einfach geschehen
Lass die Vergangenheit liegen
Und Dich dafür gehen
Suchen eigener Wege
Eigne Muster zu weben
Ist's auch nicht gang und gäbe –
Was ein traumhaftes Leben!

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(Politik; 24. Jan 1995)

Freihandel

Auge in Auge
Hand in Hand
Schulter an Schulter
Rücken an Wand
Weiche Knie bei Fuß
Gehen Sie weiter,
Es gibt nichts zu sehen.
Körper in Ketten
Schwielen voll Sand
Tod in Augen
Leben von Hand
im Mund zu Fuß
Natürliche Ordnung
Es gibt nichts zu verstehen
Gehen Sie weiter,
Es gibt nichts zu sehen.

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(Rock / Liebe; 1. Mär 1995)

Ich will Dich

Ein Text für einen geradlinigen, etwas dreckigen Rocksong.

Baby, komm lass uns etwas essen gehn
Baby, denn etwas muss mit uns geschehn
Ich zahl auch, egal was Du bestellst
Ich zahl auch, verfriss mein ganzes Geld
Baby, komm lass mich Deine Hand berühren
Baby, komm lass mich Deine Finger spüren
Ich halt sie, behüt sie vor der Kälte
Ich halt sie, beschütz Dich vor der Welt
Refrain:
Du kennst das Spiel, Du weißt was ich will,
Der Rest ist nicht so wichtig
Du kennst das Spiel, Du weißt was ich will,
Und Du weißt ich will's so richtig
Ich weiß was Du willst und Du kennst mein Ziel
Der Rest ist null und nichtig
Du kennst das Spiel, Du weißt was ich will,
Komm, machen wir's, machen wir's, machen wir's gleich richtig
Baby, lass mich Dir in die Augen sehn
Baby, Dir in die blauen Augen sehn
Lass mich fliegen, und versinken in dem Meer
Wie Ikarus, versinken in dem Meer
Baby, komm lass mich Deine Lippen küssen
Baby, die wunderzarten Lippen küssen
Du glaub mir, für Dich werd ich zum Höhlenforscher
Ja glaub mir, und forschen werd ich immer forscher
(Refrain)
(Solo)
Bridge:
Lass uns aufeinander fliegen
Lass uns kollidieren
Lass uns uns abschreiben Baby
Lass uns abschmieren
Lass uns untergehen Baby
Lass es einfach passieren
Lass uns uns aufgeben Baby
Denn wir koennen nicht verlieren – Jaaaaaaah!
Baby, komm lass mich Deine Titten lecken
Baby, Du musst die Dinger nicht verstecken
Lass uns – die Kleider zu den guten Sitten legen
Ich sag Dir: Der Sündenfall war nichts dagegen
Baby, lass mich in Deine Welt eintauchen
Baby, lass uns einander jetzt missbrauchen
Halt mich halt mich halt mich halt mich halt mich halt mich lass mich fliegen
Halt mich halt mich halt mich halt mich halt mich halt mich halt mich Ah!
(Refrain)
Halt mich halt mich halt mich halt mich halt mich halt mich lass mich fliegen
Halt mich halt mich halt mich halt mich halt mich halt mich halt mich Ah!
(Die letzten beiden Zeilen wiederholen und steigern ad libido :-)

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(Liebe; 1. Mai 1995)

Augenblick

Nach einem langen Knuddel-Wochenende in Stuttgart.

Ein Augenblick des Atemholens
In einer Welt der Eilerei
Ein Hauch nur eines Musenkusses
In einer Welt voll Einerlei
Ein Augenblick des Engumschlingens
Nur kurze Zeit ganz sorgenfrei
Momente Sich-Verbergen-Könnens
Vor einer Welt der Barberei
Ein Augenblick voll Augenblicken
Und Fingerspitzenstreichelei
Und sanftfestlangem Knuddeldrücken –
Nur leider viel zu schnell vorbei
Ein Augenblick des Atemholens
In einer Welt der Eilerei
Ein Hauch nur eines Musenkusses
In einer Welt voll Einerlei

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(Philosophie; 11. Mai 1995)

Pustekuchen

Einem Freund gewidmet, der sein Studium abbrechen musste.

Wie das Laub im Herbst,
Wie der schwebende Samen einer Pusteblume
So schwinden die Chancen dahin in die Ferne.
Und doch wird das Laub einmal Humus sein,
Und birgt der Samen neues Leben.

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(Philosophie; 10. Feb 1995, 20. Mai 1995)

Zeit (Ich weiß nicht)

Ein ziemlich düsterer Songtext, der mir zu einem bestimmten Groove einfiel.

Ich Am7weiß – ich weiß nicht wo ich hinge-Emhör
Ich Am7weiß – nicht wenn ich schwör worauf ich Emschwör
Ich Am7weiß – Du weißt nicht wie ich dich ver-Emmiss
Ich Am7weiß – nicht wo das Ende meiner EmFahnenstange ist
Ich Am7weiß – nicht warum ist alles hier nur Mittel-Emmaß
Ich Am7weiß – nicht warum ich jeden Zug ver-Empass
Ich Am7weiß – nicht ich seh nur leere Hüllen alles Emhohl
Ich Am7weiß – nicht warum ich überhaupt noch Emetwas machen soll
Refrain:
AmZeit heilt alle Wunden sagt ein Gschlauer Spruch
Doch vom DmWunderwundenheiler Zeit krieg ich nicht ge-Fnug
Die AmWunde die du schlugst ver-Gnarbt nicht so schnell
Meine Am7Seele blutet Tränen (Tränen (Tränen))
Ich Am7weiß – ich weiß nicht was ich glauben Emsoll
Ich Am7weiß – so heg ich gegen alles leisen EmGroll
Ich Am7weiß – diese Welt dreht sich viel zu Emschnell (wie ein Karussell)
Ich Am7weiß – nicht wann ist es am Ende dieses EmTunnels wieder hell
(Bridge)
Ich Am7weiß – manches hätt ich besser nicht ge-Emsagt
Ich Am7weiß – manche hab ich so schon fortge-Emjagt
Ich Am7weiß – das Glück hilft wer sich selber Emhilft
Doch ich Am7weiß nicht wie mir helfen wenn ich Emnicht weiß was ich will
(Refrain)
(Bridge)
(Refrain)

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(Parodie; Mai 1995)

Soul Rhythm

Ein Text für einen sehr beat-orientierten Song. Eigentlich als Parodie auf den Eurodance Techno gedacht, aber ich fürchte fast, das lässt sich nicht mehr parodieren.

(Female refain, sung:)
Move your feet to the rhythm of your soul
Make extasy your final goal
Let there be nothing else tonight
But rhythm and light
(Male refain, rapped:)
This is the way to loose control
This is more than rock and roll
This is the way to stomp your feet
This is the base drum—neat
(Strophe, rapped:)
Listen to the music, lose your mind
Leave your sorrows all behind
the dullness of this primitive dance
And get in your eyes this faraway glance
(Refrain)
Let there be light show said the DJ
And he saw everything was OK
Now he leads you to paradise
Of the base drum—hype
(Refrain)
Come into the darkness, step into the light
Leave the silence, do what you like
This is what you do, This is your way
Of hopping all your brain away
(Refrain)

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(Romantik; 12. Jun 1995)

Karlsruher Augustgewitter

Jeder, der die Rheinebene kennt, kennt diese Art von Gewittern zur Genüge. Und jeder, der wie ich ein paar Jahre vorher an der Küste verbracht hat, kann wohl nachempfinden, wie ich mich dann fühle …

Die letzten Tage schon ging das Wetter schwanger vor Schwüle
Die Last des Lebens wurde bleiern schwer
Mit dem Tod durch Ertrinken verband ich Sehnsuchtsgefühle
So erdrückte die Mattigkeit mich Mann vom Meer
Ich vegetierte nun so schon Tage um Tage
Da sah ich ein Hoffnungsdunkel am Horizont
Der Himmel verhing sich in grauschwarzer Farbe
Ein Gewitter als Retter! Keiner würde geschont
So erhoffte ich jenes Lokal-Armageddon
Bot mich Wind und Regen in offener Kluft
Doch die ersten Tropfen erreichten kaum noch den Boden –
Vor Hitze verdunstet noch in der Luft
Bis endlich geöffnet die Himmelstore
Die prasselnden Tropfen zerflossen zum Strom
Der Staub all der Tage ergoss sich in die Gosse
Ein naturgewaltiges Wasserpogrom
Nun schleuderte Zeus seine Blitze vom Himmel
Dicht von dem Grollen der Donner gefolgt
Der Himmel war nur noch ein Riesengewimmel
Als hätten Titanen den Kampf dort gewollt
Dann war es plötzlich vorbei –
Und ich wusste von anderen Gewittern im Jahr
Dass auch dies nur ein Tropfen auf heißem Pflaster. –
Denn das Morgen wird sein, wie das Gestern war.

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(Philosophie; 6. Jul 1995)

Gestatten, BärTiger

Gestatten, BärTiger
Karikatur von ↪Jantiff (1996)

Nachdem ich feststellte, dass verschiedene Leute oft nur einzelne Aspekte von mir kannten und mich bereits in ihren geistigen Schubladen verstaut hatten, wollte ich darauf eine Antwort folgen lassen.

Gestatten, BärTiger
Komischer Name? Komischer Name.
Kein echter Bär, kein echter Tiger, irgendwie beides,
Eben BärTiger
Ich bin ein Mann,
Und doch kein Standardexemplar,
Bin Infomagier und kein Kellerkind
Manche nennt mich Fetenpeter,
Doch bin ich auch ein Miesepeter
Dann und wann, für mich allein …
Wie ihr seht, ich bin ein bärtiger,
Ein Mann mit Bart.
So schein ich älter als ich bin
Und bin noch älter als ich fühl –
Und doch, der Bart bleibt dran.
Ich bin ein Spielkind,
Ja das ist alles was ich bin:
Ein Spieler mit Worten
Ein Spieler mit Rollen
Ein Spieler mit Regeln
Ein Spieler mit Welten
Ein Spieler mit mir selbst.
Was ist ein BärTiger?
Der Bär brummig und fest,
Mit einem dicken Fell und gutmütig,
Der Tiger arrogant und Einzelkämpfer,
Katzenhaft, genießerisch und lebenshungrig.
Ich bin ein Mensch.
Das ist das Wichtigste von allem.
Mit einem Recht auf Widersprüche,
Mit einer Seele mit Ecken und Kanten und Griffen
Drum greif zu. Ich bin auch nur ein Mensch.
Gestatten, BärTiger.
Komischer Name? Komischer Name.
Aber er passt zu mir. Ich bin ich.
Eben BärTiger

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(Philosophie; 9. Jul 1995)

Der Sinn des Sterbens

Alles begann mit einem Vertipper – Welken statt Welten.

Welkende Welten
Verlor'ner Glaube an die Wirklichkeit
Es scheint doch alles hier so klein
Mein erster Laut bereits ein Schrei
Als hätte ich es damals schon geahnt
Nichts seitdem mehr drückt die Gefühle so gut aus
wie dieser Schrei.
Flackernde Schatten
Der Sinn des Seins scheint Schein zu sein
Was ist noch wichtig überhaupt?
Ich gab mir Mühe mit dem Schreien.
Verschiedene Schreie für verschiedene Gefühle.
Denn es gab Schmerz und Trauer, Freude, Lust,
und viel zu oft Verzweiflung.
Tanzende Träume
Zum Greifen nah umfangen sie und narren mich.
Was heißt schon Wirklichkeit?
Und mit den Jahren kam das Schweigen.
Denn meine Augen sahen mehr und mehr,
Und stumpften ab, und die Stimme
Wurde heiser und kraftlos.
Sagbare Schrecken
Das darf doch wohl nicht wahr sein, bitte,
Macht dass das nicht wahr ist.
Und über das Schweigen kam die Sprache
Schöne Worte um die Sinne zu betäuben
Die Kontrolle der Gefühle
Wie versessen selbstvergessen, kalt.
Geltende Gesetze
Gewohnheitsrecht, Macht der Gewöhnung
Gerechtigkeit als Illusion der Illusion
Ich trieb sie bis zur Perfektion
Die Hohe Kunst der Selbstverleugnung,
Warum auch nicht? Bin ich doch nur
Ein Nichts im Meer der Nichtigkeit.
Modernde Därme
Das Hohe Lied der Entropie erfasst auch euch
Mich bettet es.

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(Liebe; 24. Jul 1995)

Wösel I

Da wöselt was.
Na wo?
Im Wald. Am See.
Mit Hund. Nanu.
Sie freut sich so.
Da tigert was.
Na wo?
Um Wösel rum.
Warum?
Er mag sie so.
Da wächst etwas.
Na was?
Ein Liebespaar.
Ach so.
Was bin ich froh.

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(Philosophie; Apr 1995, 4. Aug 1995)

Kannst Du von Dir sagen...?

Kannst Du von Dir sagen, Du kennst die Freude?
Das Himmelhochjauchzen und Herzzerspringen
Das Bäumeausreißen und danach erklimmen
Das Weinen vor Glück über gutes Gelingen
Kannst Du von Dir sagen, Du kennst die Freude?
Kannst Du von Dir sagen, Du kennst die Liebe?
Das einander Öffnen und sich berühren
Das sich fallenlassen können und einander führen
Das Getrenntsein und dennoch die Nähe spüren
Kannst Du von Dir sagen, Du kennst die Liebe?
Kannst Du von Dir sagen, Du kennst die Trauer?
Das Heulen bis alle Tränen versiegen
Das am liebsten zum Sterben probeliegen
Das sich einsam in unruhigen Schlafe wiegen
Kannst Du von Dir sagen, Du kennst die Trauer?
Kannst Du von Dir sagen, Du kennst die Wut?
Den heißen Hass in sich brodeln lassen
Das Schreien und Zetern und abgrundtief Hassen
Und die Erleichterung wenn alles rausgelassen
Kannst Du von Dir sagen, Du kennst die Wut?
Kannst Du von Dir sagen, Du kennst die Ruhe?
Den inneren Frieden im Herzen tragen
Nicht immerzu nach einem Sinn zu fragen
Auch einmal das einfach man selbst sein zu wagen
Kannst Du von Dir sagen, Du kennst die Ruhe?
Kannst Du von Dir sagen, Du kennst das Leben?
Hast Du Geburt erlebt und den Tod
Kennst Du Trauer und Freude und Wut
Und auch Ruhe und Liebe und Mut
Kannst Du von Dir sagen, Du kennst das Leben?

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(Liebe; 8. Aug 1995)

Du bist!

Eins zwei drei ich komme!
So reite ich auf Wogen der
Lust und Laune und Freude und Glück
Zu Dir, nur zu Dir
Eins zwei drei ich komme!
Wie beim Fangenspielen so
Geht dieser Ruf hinaus in die Welt und doch nur
Zu Dir, nur zu Dir
Eins zwei drei ich komme!
Und ich weiß wo Du bist und ich
werde ihn finden, den Weg
Zu Dir, nur zu Dir
Eins zwei drei ich komme!
Und wenn ich Dich einmal habe,
Dann komm ich noch näher und näher und näher
Zu Dir, nur zu Dir
Eins zwei drei ich komme!
Und habe ich Dich erst gefangen,
Dann lass ich Dich frei und sage
Zu Dir, nur zu Dir:
Du bist!

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(Parodie; 5. Dez 1995)

Cool

Ich hasse Raga, dieses Aufwärmen der Raggae-Rhythmen für die Neunziger. Das muss als Erklärung reichen.

Keine Lust was zu tun ich bin cool mann
Drum häng ich hier nur rum ich bin cool mann
Alle soll'n sie es seh'n wenn sie vorübergehn
ich bin cool – eben cool mann
Alle tun ja jetzt auf Räggäh mann
Weil's da egal ist ob man singen kann
Und der Gesang fällt ein Stück hinterm Rhythmus zurück
Denn das ist lazy – eben cool mann
Ich häng hier lässig an der Wand
Und das Kraut das geht von Hand zu Hand
Und die Welt ist entrückt und verrückt und entzückt
Nach mir – bin eben cool mann
LaberdiLaberdiLaberdiLaberdiDummSchwallSchwall
Dieser RAP-Einschub ist hirnlos wie von Nachtigall
LaberdiLaberdiLaberdiLaberdiLaberdidummdidumm
Aber ich krieg so wieder ne Minute rum
BrabbeldiBrabbeldiBrabbeldiBrabbeldidummdidei
Was ich singesing das ist sowas von einerlei
SingedingSingedingSingedingSingedingRingdidum
Drum verkauf ich mit dem RAP das Publikum für dumm
Und mittags geh ich dann zum Strand
In jeder Hand ne Mieze Hand in Hand
Und sie sind so entrückt denn sie sind so entzückt
Von mir – bin eben cool mann
Also hör mir auf mit Sozi-Kram
Das kotzt mich ja dermaßen an
Ich zahl einfach mit Scheck und und die Schecks sind gedeckt
Ich hab Geld, und Geld ist cool mann
(Bridge:)
Weil's besser läuft sing ich von Sommer Sonne Strand
Dabei krieg ich von 60 Watt schon Sonnenbrand
Ich wollt ich wüsst auch wie das mit der Armut ist
Dabei krieg ich immer öfter meinen Arsch geküsst
(Wiederholen der ersten beiden Strophen)

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(Philosophie; 15. Dez 1995)

Sonderling

Ein Sonderling!
Schaut her, er wagt zu denken!
Das darf nicht sein.
Kommt, hört nicht hin.
Ein Sonderling!
Denkt nur, er wagt es gar zu leben!
Bestimmte selbst sein Sein!
Kommt, lasst ihn allein.
Ihr nennt mich Wunderling?
Kennt nur das Nehmen, nicht das Geben,
Messt euch am Haben statt am Sein.
Da sag ich Nein!

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(Sprachspielereien; 1995–2024)

Schüttelreime

Ich streichel sanft ihr über ihre linke Wange,
Dann zieh ich widerstrebend fort und winke lange.
Ich hab ein neues Laster: Zocken
Mich kann der Thrill um Zaster locken.
Ich soll nen Reim mir aus den Rippen leiern?
Nach fünf, sechs Bierchen kann ich's aus den Lippen reiern.
Ich will von Deinen Kippelnüssen
So gerne Deine Nippel küssen.
Vorsichtig betrete ich die Höhle mit ner dicken Fackel.
Ich störe wohl, denn in der Ecke …
Nah der Krankenbahre ist ein Rabe am Graben.
Nicht lang und wir tragen zu Grabe den Raben.
Es leidet neben meiner Wange Zinken
Wenn Chemiker mit ihrer Zange winken
Das was sie brau'n, kann ziemlich lange stinken
Am liebsten würd ich sie mit einer Stange linken
Doof ist: Ich kann den Einkauf nicht ganz in den Wagen laden.
Ich kann mich aber auch nicht wieder in den Laden wagen.
Krämpfe hart auf meinen Waden lagen.
Oh wie sie wieder auf die Zeit in Laken warten.
Habt ihr Lust, Till, Ute, Steffen,
dann kommt mit, die Stute äffen.
Ich hab mal wieder den Braten gerochen:
Der Jochen hat wieder den Rochen gebraten.
Ich hab von der Ahnung nicht den leisesten Hauch.
Von Sinnen ich bin, seh den heißesten Lauch.
Ist hier jetzt Stau wegen Regen, Wind?
Oder steht auf meinen Wegen Rind?
The scents of a national rose
Are too much for a rational nose.

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(Liebe; 1. Mär 1996)

Traum und Wirklichkeit

Manchmal träumte ich,
Ich sei ein Berg,
Starr und unbeweglich
Doch Du zeigst mir, wie agil ich bin.
Manchmal träumte ich,
Ich sei ein Kind,
Klein und unbeherrscht
Doch Du zeigst mir, wie sehr Mann ich bin.
Manchmal träumte ich,
Ich sei ein Geist,
Kopfgeburt und körperlos
Doch Du zeigst mir, wie sehr Mensch ich bin.
Und oft schon träumte ich
Von meiner Traumfrau,
Mal fraulich und sinnlich,
Mal kindlich und verspielt
Und nun zeigst Du mir, wie wirklich Du bist.

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(Parodie; 13. Mär 1996)

Und ich war allein

Nachdem nun gerade die 1970er wieder furchtbar in sind, sollte man sich auch an die dunklen Seiten dieser Zeit erinnern – einige Schnulzen von damals haben ja inzwischen fast Kultcharakter. Darum habe ich versucht, in einem Songtext den Stil dieser Zeit nachzuempfinden, und habe auch schon genau den Song dazu im Ohr. Also zurücklehnen und gruseln …

Ich Cgehe jetzt wieder durch einsame Straßen
Ge-Amnieß', wie die Winde den Parka durchblasen
Und Empfeif' unser Lied G
Bieg Cab in den Park und betrete den Rasen
Setz Ammich auf die Bank, auf der wir so oft saßen
Und Empfeif' unser Lied G
Ein FWindstoß erfasst da den CBusch gleich daneben
Zeigt mir Amnochmal die Stelle, wo wir Emso oft gelegen
Und Dmraunt unser Lied G
Ich weiß Fimmer noch nicht, wie's ge-Cschah
Auf Ameinmal warst Du nicht mehr Emda
Und Dmich war allein G
Und Gich war al-Clein
Ich Chabe Dir blindlings vertraut und gedacht
Dass Amich Dich so glücklich wie Du mich gemacht
Und wollt Embei Dir sein G
Zuerst Chast Du gelächelt, dann hast Du gelacht
Dann be-Amhauptetest Du, ich hätte Kummer gebracht
Wolltest Emfrei wie ein Vogel sein G
Eines FMorgens hast Du mich dann Cheimlich verlassen
Hast Amnichts mitgenommen, doch auch Emnichts hinterlassen
Als im DmHerz einen Stein G
Ich weiß Fimmer noch nicht, wie's ge-Cschah
Auf Ameinmal warst Du nicht mehr Emda
Und Dmich war allein G
Und Gich war al-Clein
Bridge:
Manchmal Ddenk' ich, ich ruf' einfach Gan
Und sage, ich Dsei nun ein anderer GMann
Und wir Dsollten noch einmal von Gvorne anfangen
Doch ich F#mbleibe in diesem AWunschtraum – ge-Efangen E7
Instrumental Bridge
F#m   C#m   G#m   A → A6
(1. Strophe wiederholt, aber um 1 Ganzton nach oben transponiert)
Ich Dgehe jetzt wieder durch einsame Straßen
Ge-Bmnieß', wie die Winde den Parka durchblasen
Und F#mpfeif' unser Lied A
Bieg Dab in den Park und betrete den Rasen
Setz Bmmich auf die Bank, auf der wir so oft saßen
Und F#mpfeif' unser Lied A
Ein GWindstoß erfasst da den DBusch gleich daneben
Zeigt mir Bmnochmal die Stelle, wo wir F#mso oft gelegen
Und Emraunt unser Lied A
Ich weiß Gimmer noch nicht, wie's ge-Dschah
Auf Bmeinmal warst Du nicht mehr F#mda
Und Emich war allein A
Und Aich war al-Dlein

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(Philosophie; Apr 1996)

Einst wünschte ich

Einst wünschte ich, ein Mann zu sein,
so ich fragte meinen Vater,
»Vater, was muss ich tun, um ein richtiger Mann zu sein?«
Und er sagte zu mir:
»Du musst groß und stark sein wie ein Elefant,
und genauso dickhäutig.«
Also versuchte ich, groß und stark zu sein wie ein Elefant,
und genauso dickhäutig.
Doch so ganz wollte es mir nicht gelingen,
immer öfter wähnte ich mich im Porzellanladen.
Noch immer wünschte ich, ein Mann zu sein,
so ich fragte meine Mutter,
»Mutter, was muss ich tun, um ein richtiger Mann zu sein?«
Und sie sagte zu mir:
»Du musst vernünftig sein und anständig
und die Verantwortung für die Familie tragen.«
Also versuchte ich, vernünftig zu sein und anständig
und die Verantwortung für die Familie zu tragen.
Doch so ganz wollte es mir nicht gelingen,
immer öfter vergaß ich vor Vernünftigkeit,
dass ich auch Gefühle hatte.
Noch immer wünschte ich, ein Mann zu sein,
so ich fragte meinen Großvater,
»Großvater, was muss ich tun, um ein richtiger Mann zu sein?«
Und er sagte zu mir:
»Du musst große Taten vollbringen
und ein Held sein.«
Also versuchte ich, große Taten zu vollbringen,
und ein Held zu sein.
Doch so ganz wollte es mir nicht gelingen,
und ich merkte, dass viele der Heldentaten einfach dumm waren.
Noch immer wünschte ich, ein Mann zu sein,
so ich fragte meine Großmutter,
»Großmutter, was muss ich tun, um ein richtiger Mann zu sein?«
Und sie sagte zu mir:
»Du musst viele Kinder zeugen und sie ernähren.«
Also versuchte ich, viele Kinder zu zeugen und sie zu ernähren.
Und so lernte ich viele Frauen kennen,
doch schien das alles irgendwie verkehrt.
Noch immer wünschte ich, ein Mann zu sein,
so ich fragte ich einfach ein fremdes Mädchen,
»Du, was muss ich tun, um ein richtiger Mann zu sein?«
Sie sah mich lange mit ihren großen, fragenden Augen an
Und sagte dann zu mir:
»Aber Du bist doch schon ein Mann?«
Seitdem versuche ich, ich selbst zu sein.

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(Hochzeit; Jun 1996)

Band und Fessel

Band und Fessel

Ein Gemeinschaftsgedicht von Claudia und mir, für die Hochzeit von zwei Bekannten, und zu einem Foto gereicht.

Das grüne Band der Sympathie
Wird nun zum Bund fürs Leben
Und spielt die Band auch richtig heut
Wird's falsche Töne geben
Drum passt mit dem Legato auf
Beim Binden von euch zwein
Lasst des Lebens Bund ein Band
Und keine Fessel sein
Ein Fadenspiel für uns, für euch
Lasst euch nur nicht verwirren
Die Lösung ihr gemeinsam findet
Ihr könnt euch gar nicht irren
Von purer Bandelei geht's nun
Ans Bündeln von euch zwein
Drum lasst des Lebens Bund ein Band
Und keine Fessel sein

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(Philosophie; 11. Okt 1996, 13. Jan 1997)

Rose im Ballon

Gestern sah ich Dich schon
Eine Frau trug Dich vor sich
Eine Frau, die Dir glich –
Du Rose im Ballon
Geschützt wie im Kokon
Im hauchdünnen Heim
Scheinst sicher zu sein
Du Rose im Ballon
Glasklar, ohne Ton,
Ohne Farbe die Hülle
So sah jeder die Fülle
Der Rose im Ballon
Und sie war wunderschön
Tiefrot und tiefgrün
Wunderschön anzusehn
Die Rose im Ballon
Doch weißt Du es schon?
Du brauchst Freiheit, brauchst Luft
Wer Dich verpackt', war ein Schuft
Du Rose im Ballon
Auch bist nicht ohne Dorn
Gut getarnt und bedeckt
Und doch spitz und gestreckt
Du Rose im Ballon
Komm, verlasse den Thron!
Lass die Welt nicht nur schauen,
Auch am Duft sich erbauen
Du Rose im Ballon

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(Politik; 20. Mär 1997)

Kommando zurück

Der General schrie.
Die besten Männer verloren –
Auf beiden Seiten.
Der General schrie.
Nun waren die Frauen und Kinder dran.
Exekutionsbefehle
Wurden schon lange nicht mehr erteilt.
Sie waren es so gewöhnt.
Und es gab keinen Gegenbefehl.
Sie waren es so gewöhnt.
Das Töten. Das Plündern. Das Vergewaltigen.
So wie früher die Feldarbeit und ihren Mittagsschlaf.
Früher.
War das wirklich hier?
Waren das wirklich sie?
War das wirklich?
So weit weg.
Der General schrie.
Er hätte nicht herkommen dürfen.
Sich kein Bild von der Lage machen.
All die Greuel.
Was war schiefgelaufen?
Es lief doch fast alles nach Plan.
Doch der hatte irgendwie sauber ausgesehen
Auf dem Papier und im Sandkasten.
Er hätte nicht herkommen dürfen.
Der General schrie.
Er wollte nicht mehr.
Hätte es am liebsten ungeschehen gemacht.
Doch dafür gab es kein
Kommando zurück.

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(Politik; 21. Mär 1997)

Doktrin

Dok Dok Dok
Hämmern am Dok fremden Geist
Auf Dok Linie Dok bringen
Tief in Dir Dokdrin
Gewaltnichtuntätig
Machtgefüge macht gefügig
Denkst Du wirklich Deine Gedanken?
Dok Dok.
Gedanken.
Dok.
GeDokdanken. Dok.
Gedokdantrin. Dok.
Ge. Doktrin. Danke.

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(Philosophie; 26. Aug 1998)

Viagra-Fälle

minderwertigkeits- und wirkkomplexe
in komplexer wechselwirkung
der kleine unterschied am kleinen unterschied
bedroht von potentieller impotenz
männerträume von ergüssen
wie den niagarafällen
der glaube an aktion und erektion
und viel hilft viel
bis dass der tod und ab in die scheide

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(Philosophie; 3. Sep 1999)

Ich will

Ich will noch Kind sein,
Unschuldig und wild sein,
Will dabei noch klug sein,
Abgeklärt und weise sein,
Ach ja, ich will noch schön sein,
Voll jugendhaftem Flair sein,
Zudem will ich noch stark sein,
Zielstrebig und mutig sein.
Und dann will ich noch … ich sein.
Ich glaub, ich will ein bisschen viel –
Dann wähl ich halt das letzte Ziel.
Das macht insofern wieder Sinn,
Nämlich von allem ist was drin.

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(Sprachspielereien; 22. Aug 2003)

Ohne Reim

Warum nur sind
Gedichte
Ohne Reim
Gedichte
Sie tragen dem
Vortragenden
An
Die Worte
Getragen
Vor-
Zutragen
So wird
Banalität
Aufgebläht

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(Liebe; 16. Sep 2004)

So schön (Sonett)

Sie ist so schön, mir ist, als müsst ich weinen
Allein schon an dem Anblick der verträumten Augen
den braunen und dabei doch klar und reinen
könnt sich mein Blick nie satt dran saugen
Und ihre Worte woll'n das Herz mir wärmen
wie sie sie wispert sanft in meine Ohren
Selbst unerfahr'ne Dichter kommen da ins Schwärmen
und fühlen sich von allen Musen auserkoren
Sie ist so schön, mir ist, als müsst ich weinen
Und ihre Hände – oh sie treiben schier
zum Wahnsinn, streicheln sanft an meinen Beinen
Und schließlich will sie auch dem kleinen
Unterschiede zwischen ihr und mir
die beste, einz'ge aller Frauen scheinen

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(Hochzeit; 8. Aug 2006)

Zur Hochzeit

Zur Hochzeit meiner Schwester ein kleines Gedicht von Claudia und mir, bewusst als leichte Kost konzipiert.

Die Julia saß in ihrer Laube
und sann so vor sich hin, »ich glaube,
es sei nun an der Zeit,
dass Mark mich endlich freit.«
Die Szenerie betrat nun Mark,
der Julia ganz arg leiden mag,
die da in ihrer Laube schmollte,
endlich unter die Haube wollte.
Vereintes Glück vermehrt sich schnell,
drum war auch schon recht bald zur Stell
ein kleines Kind, ein hübsches, selig's,
so nanntes es die beiden Felix.
Kurzum – zu diesem großen Glück
fehlte nur noch ein kleines Stück.
Dies Stück sie nun gefunden haben,
als sie sich heut' die Ringe gaben.
Wir wünschen euch Zeit füreinander im Leben.
Und sollte es einmal Ärger geben,
so knobelt, wer an die Pfanne darf.
Und kocht je nach Stimmung – mal locker, mal scharf,
ob griechisch, italienisch, oder Wok-Man,
denn Liebe geht durch den Magen, sagt man.

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(Glauben; 5. Aug 2007)

Zur Taufe

Ein Gedicht zur Taufe, Firmung, Kommunion oder Konfirmation. In Deutsch und Englisch.

Was bekommst Du heute?
  • Gott ist das Ziel am Horizont.
  • Glaube gibt Richtung.
  • Religion eine Landkarte.
Was brauchst Du noch?
  • Das Wissen, wo du bist.
  • Und die Einsicht, dass auch die beste Karte nicht die Landschaft selbst ist.
Alles Gute auf den Weg!
What do you get today?
  • God as destination.
  • Belief as direction.
  • Religion as map.
What else you need?
  • The knowledge where you are.
  • And the insight that even the best map is not the territory.
Best wishes on your journey!

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(Spaß; 29. Jul 2018)

Für eine Löweneule

Was zum Geier ist 'ne Löweneule?
Ist's was, das statt »Huhu« Rumgeheule
lieber laut vernehmlich brüllt?
Oder ist's ein Wesen, das sich – nota bene –
im Federkleide gar wie eine Mähne
den Nacken braun verhüllt?
Oder greif ich gar zu ganz gewagten Thesen –
genau, ein Greif ist es gewesen,
ein Wesen mit zwei Flügeln und vier Beinen
Vielleicht ein Rudeltier? Wo anderen Eulen,
die alleine, die Mäuse kurzpfotig enteilen,
kämpft diese hier gemeinsam mit den Seinen?
Oder liegt der Fokus auf den Tatzen,
die Löwen haben, so wie alle Katzen,
womit die Eule auf dem Boden schleicht?
Nein, Gryffindor'scher Mut in allen Dingen
Sowie das Sinnen, um Gerechtigkeit zu ringen,
dem Wesen hier zum besseren gereicht.
Die Eule ist als klug bekannt, belesen.
An einem guten Buch kann dieses Wesen
kaum vorübergehen.
Dazu Gehörsinn, der den Eulen gleicht,
womit sie alles, was am Boden schleicht,
orten und verstehen.
P.S.: Ich glaub, ich kenn ein solches Wesen.
Ob's ihm gefiel, was es gelesen?
Wir werden sehen.

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(Sprachspielereien; 2023–2024)

Sprachspielereien

Gesammelte kleine Absonderlichkeiten der deutschen Sprache. Oder warum sprachliche Details so wichtig sind.

BlumentoPferde

Hol die Senftube bei der Wachstube.
Feldtomaten schmecken besser als Automaten.
Eikochen ist leichter als Eistauchen.
Fußhalten kann auch Beinhalten beinhalten.
Ich muss die verschlafenen Wachtunken wachtunken.
Ein Holzofenbrot ist nur echt, wenn es auch von Zofen geholt wurde.
Der schönste Hase ist die Tiefschlafphase.
Orkansturm im Orkansturm.
Eine dramatische Szene in »Herr der Ringe«
Erbrecht, denn die nächste Jura-Vorlesung ist Erbrecht.

Doppelbuchstaben

Kaum kommt der Küster von der Bußreise,
da küsster schon wieder auf der Busreise.
Ich weise Sie darauf hin:
Ich weiße Sie daraufhin!
Den Maler zu beleidigen ist nicht weise, er handhabt das auf seine Weise.
Bitte schließe die Sauerstofflasche an der Sauerstoffflasche.
Erst beten, dann betten.
Der Ast ist abgehackt, die Aufgabe somit abgehakt.
Eine Fluchttür, die sich nicht öffnen lässt, wird zur Fluchtür.
Der Treibstofffleck verrät: Wir haben ein Treibstoffleck.

Rund um den Umlaut

Statt Lästern in Lastern lieber ein guter Zug im Güterzug oder ein Spanner im Einspänner.
Ein Stück Kuchen in Stuck-Küchen genießen.
Welch lautes Geläute, Leute!
Glück der die gluckt.
Ich liebe die Löcher vom Locher
mehr als die Köcher beim Kocher,
in dem Stücke Rochen so rochen.
Beim glasieren der Mutzen mit Mützen
spür' ich das Zucken beim Zücken,
und beim Lernen der Sagen von Sägen
da merk' ich das Rucken im Rücken
Ich brauche Bräuche.
Denn denen, denen Dänen dann den Dan nahmen, kam der Don Trost sagen.
Denen, die die Trägen zu den Trögen trugen, trogen die Tugenden. Tragen tragen trügt.

Worttrennung

Ich kann total gut Mitmenschen umgehen.
Dieser Zug ist so voller Leben, man kann ihn voller als voll erleben.

Kommasetzung

Komm, Opa, essen!
Komm Opa essen!
Ich weiß, die Wand.
Ich weiß' die Wand.
Männer sind einfach anders als Frauen.
Männer sind einfach, anders als Frauen.

Groß und klein

Helft den armen Vögeln.
Helft den Armen vögeln.
Das sieht dir ungeheuer ähnlich.
Das sieht dir Ungeheuer ähnlich.
Er hat in Russland liebe Genossen.
Er hat in Russland Liebe genossen.
Vom Fenster aus sah sie den geliebten Rasen.
Vom Fenster aus sah sie den Geliebten rasen.
Der ist Gut.
Wenn der Kater zum Transport aufgegeben wird.
Mehr Speed, mehr Daten. Mehr Tinder, mehr daten.
Die erste Hälfte war der Werbespruch eines Mobilnetzanbieters.
Doof ist: Ich kann den Einkauf nicht ganz in den Wagen laden.
Ich kann mich aber auch nicht wieder in den Laden wagen.

Teekesselchen

Bei uns können Sie das Leben in vollen Zügen genießen.
Deutsche Bahn
Macht der Pflanzen?
Im Blumenladen
Er flucht und schlägt ihn in die Flucht.

Sprichworteschütteln

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.
Wo 'ne Villa ist, ist auch ein Weg.
Wo ein Wille ist, ist auch ein Busch.
Wo ein Wilhelm ist, ist auch ein Busch.
Wo 'ne Stulle ist, ist auch ein Wulf.
Wo Sibylle ist, ist Jochen weg.
Wo 'ne Stille ist, da war kein Gag.
Wo eine Grube ist, da ist kein Weg.
Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.
Wer anderen eine Grube gräbt, kriegt Geld dafür.
Wer andere in die Hölle wünscht, fährt selbst mit ein.
Wer anderen einen Grappa bringt, schenkt selbst mit ein.
Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen schmeißen.
Wer im Steinhaus sitzt, soll nicht mit Gläsern schmeißen.
Wer im Bankhaus sitzt, soll gern mit Scheinen schmeißen.
Wer anderen eine Grube gräbt, soll nicht mit Steinen schmeißen.

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(Politik; 29. Jul 2023)

Hey (Get Out Of My Way)

Nach vielen eher ruhigen Kompositionen wollte ich mal ein beat-orientiertes Lied. Und eine abendliche Diskussion mit einem Mit-Musiker lieferte mir den Anlass für den Text.

| Download: Hey (Get Out Of My Way) (instrumental) ( mit Gitarre gespielt von Harald )
Refrain:
Am7Hey
Gsus2/AGet out of my Am7way
Gsus2/ALet me Am7run onto the street
Gsus2/AWith my Am7own two feet
Gsus2/AWith my Am7peers I must meet
Gsus2/AWe must Am7march to the beat
Gsus2/AOf Am7life Gsus2/A
Refrain
A1(m)Humanity's endangered
By A1(m)silliness and greed
To D1(m)change old behaviors E1(m)
A1(m)Is no easy treat
We need to A1(m)change our way of life
To ensure du-A1(m)ration of human life
At A1(m)all →A5(m)
Refrain
A5(m)Why are you so stubborn G5
Where F5do you take the right D5(m)
To A5(m)own and waste so much of it G5
By F5heating, eating, flight D5(m)
When the F5poorer cannot bear any more
They might F5come and run all over you door
To E5(sus4)live
Refrain
A5(m)When you think of people as things G5
And F5you take them their rights D5(m)
That's A5(m)where you lost humanity G5
How F5can you sleep at nights D5(m)
No F5matter how far, what color they have, beliefs and gender too,
They should E5(sus4)simply be able to have a life like you
Refrain
Spoken:
A   Dm/A   A   G/A   (2x)
Our planet has its limits
So we must stop to grow
If we want to still have better lives
Then we must learn to be less
Past has shown that the peaceful path is
Stable minimum wealth, stable medical support, basic social welfare, and women's rights on birth control. Simply killing people or letting them die is no durable solution.
Refrain
Refrain

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(Sprachspielereien; 22. Mai 2024)

Epitaph

Etwas, das auf meinem Grabstein stehen könnte.

Ich dachte, also war ich.
Also ich denke, das war's.

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