Peter Diefenbachs Gedichte


(Abschied; 30. Juni-3. Juli 1989)

Es geht mir gut

Nichts mehr, das mich zwingt,
Nichts mehr, das mich treibt,
Nichts mehr, das mir Freude macht
Es geht mir gut.
Nichts mehr, das mich hält,
Nichts, das mir gefällt,
Nichts, woran ich glauben kann
Doch, es geht mir gut.
Fast eins nun schon, so schien es mir,
Und plötzlich so unnahbar.
"Alles Gute" auf den Weg,
"Wo Häuser sind, wird eine Wiese sein"
Doch wessen Wiese? Mir gefällt sie nicht.
Und welchen Weg? Ich steh' allein und finde keinen,
Weiß nicht, welche Richtung weiterführt.
Glaub' mir, mir geht's gut.
Nachgedacht, den Tag mit Weinen zugebracht,
Und nun ist alle Trauer aufgebraucht,
Der größte Schmerz verraucht,
Keine Tränen mehr.
Wie betäubt,
Mich selbst betäubend
Im Land hinter der Traurigkeit.
Es geht mir gut.
(Wie gut.)

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