Peter Diefenbachs Gedichte


(Natur-Epik; 12. Juni 1995)

Karlsruher Augustgewitter

(Jeder, der die Rheinebene kennt, kennt diese Art von Gewittern zur Genüge. Und jeder, der wie ich ein paar Jahre vorher an der Küste verbracht hat, kann wohl nachempfinden, wie ich mich dann fühle...)

Die letzten Tage schon ging das Wetter schwanger vor Schwüle
Die Last des Lebens wurde bleiern schwer
Mit dem Tod durch Ertrinken verband ich Sehnsuchtsgefühle
So erdrückte die Mattigkeit mich Mann vom Meer

Ich vegetierte nun so schon Tage um Tage
Da sah ich ein Hoffnungsdunkel am Horizont
Der Himmel verhing sich in grauschwarzer Farbe
Ein Gewitter als Retter! Keiner würde geschont

So erhoffte ich jenes Lokal-Armageddon
Bot mich Wind und Regen in offener Kluft
Doch die ersten Tropfen erreichten kaum noch den Boden -
Vor Hitze verdunstet noch in der Luft

Bis endlich geöffnet die Himmelstore
Die prasselnden Tropfen zerflossen zum Strom
Der Staub all der Tage ergoss sich in die Gosse
Ein naturgewaltiges Wasserpogrom

Und nun schleuderte Zeus seine Blitze vom Himmel
Dicht von dem Grollen der Donner gefolgt
Der Himmel war nur noch ein Riesengewimmel
Als hätten Titanen diesen Kampf dort gewollt

Dann war es plötzlich vorbei ---
Und ich wusste von anderen Gewittern im Jahr
Dass auch dies nur ein Tropfen auf heißem Pflaster. ---
Denn das Morgen wird sein, wie das Gestern war.

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