Peter Diefenbachs Gedichte


(Liebe analysiert; 10. November, 19. Dezember 1989)

Zeit des Erwachens

(Eine zerbrochene Beziehung will analysiert werden...)
i.
Wer waren wir, als es begann?
Ich trat hinaus,
noch nicht bereit für diese Welt,
und doch spürend, wie die Zeit verrann...
ii.
So suchte ich nach Halt, und fand ihn in Dir,
die Du auch noch voller Träume warst,
und gemeinsam versanken wir
in einem kleinen eig'nen Glaspalast.
iii.
Doch es sollte nicht sein,
die Wogen der Welt holten uns ein.
So lernten wir zu schwimmen,
uns selbst und gegenseitig zu erkennen,
um Fesseln der Kindheit zu fühlen,
an denen wund Du Dich riebst
und ich stillhielt und versank.
iv.
Dann kam der Tag, an dem Du sahst,
dass jeder auch die Fesseln des anderen trug,
und wie einst ein Jemand am Gordischen Knoten
schlugst Du Dich frei.
Noch benommen und auch leicht verwundet
blickte ich auf, sah nun auch meine Freiheit,
doch erst ganz langsam wagte ich den ersten Zug.
v.
Nun bin ich hier,
mich immer noch entfaltend,
und mich selbst zu lernen.
Wer bin ich nun, da es zu Ende ging?
P.S.:
Mit Fesseln ist das ein besond'rer Fall:
Reißt man die eine ein, zeigt sich die nächste.
Drum gilt's sie zu erkennen, um sie zu wissen,
und die Schlingen so zu legen, dass sie genehm.
Es gilt noch viele Fesseln einzutauschen!

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